Der Unterschied zum Lagerartikel
Ein Schrank aus dem Katalog wurde in Serie gefertigt, bevor jemand ihn bestellt hat. Er liegt zerlegt im Regal, und die Lieferzeit ist reine Logistik. Ein Maßmöbel entsteht in der umgekehrten Reihenfolge: Erst wird gemessen, dann geplant, dann freigegeben, dann Material beschafft, dann gefertigt. Jeder dieser Schritte hat eine Mindestdauer, die sich nicht durch mehr Personal verkürzen lässt, weil die Schritte aufeinander aufbauen.
Dazu kommt, dass Ihr Auftrag nicht der einzige in der Werkstatt ist. Eine Werkstatt arbeitet mit einer Auftragsreihenfolge, weil Maschinen, Lackierplatz und Montageteam jeweils nur einmal vorhanden sind. Wer sofort produziert, produziert an einem anderen Auftrag vorbei. Die Wartezeit vor dem eigentlichen Fertigungsstart ist deshalb ein realer Teil der Lieferzeit und wird bei uns auch so genannt.
Die Phasen und was sie brauchen
Planung bis Freigabe
Nach dem ersten Gespräch kommt das Aufmaß vor Ort, danach entsteht die maßstabsgetreue Zeichnung mit vollständiger Inneneinteilung. Sie prüfen, wir ändern, Sie prüfen erneut. Diese Phase dauert je nach Umfang ein bis drei Wochen, und ihr Tempo bestimmen zu einem guten Teil Sie: Wie schnell liegen die Gerätedaten vor, wie schnell fällt die Entscheidung über Fronten und Griffe, wie schnell kommt die Rückmeldung zur Zeichnung. Der Ablauf im Ganzen steht im Artikel Planungsprozess.
Beschaffung
Mit Ihrer Freigabe wird bestellt, und zwar erst dann, weil eine Bestellung vor der Freigabe bei jeder Änderung Ausschuss bedeutet. Trägerplatten und Standardbeschläge sind meist innerhalb weniger Tage verfügbar. Länger dauern die Sonderteile: lackierte oder furnierte Fronten je nach Ausführung zwei bis fünf Wochen, Sonderdekore und Sonderfarben ebenfalls, spezielle Beschlagsysteme ein bis drei Wochen, Elektrogeräte je nach Modell zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten.
Diese Zulieferzeiten sind der Punkt, an dem wir am wenigsten steuern können. Ein Lieferant, der eine Front nachträglich um zwei Wochen verschiebt, verschiebt den Montagetermin, und keine Werkstatt der Welt kann eine Front montieren, die nicht da ist. Was wir tun können, ist früh bestellen, Alternativen anbieten und Sie informieren, sobald wir es wissen, statt am Tag vor der Montage.
Fertigung in der Werkstatt
Die reine Bearbeitungszeit ist kürzer, als viele denken. Zuschnitt, Kanten und Bohrungen für eine mittlere Schrankanlage sind Sache von ein bis zwei Tagen. Was Zeit kostet, sind die Wartezeiten dazwischen. Lack braucht zwischen den Aufträgen Trockenzeit, meist über Nacht, und zwischen den Schichten wird geschliffen. Bei drei Schichten sind das drei Zyklen, die sich nicht abkürzen lassen. Geölte Oberflächen brauchen nach dem Auftrag Zeit zum Aushärten, bevor Teile gestapelt werden dürfen, sonst kleben sie zusammen.
Danach wird zusammengebaut, jeder Korpus einmal komplett aufgebaut, Türen eingehängt und ausgerichtet, Auszüge eingesetzt und auf Gleichlauf geprüft. Erst dann wird verpackt und beschriftet. Rechnen Sie für Fertigung und Endkontrolle je nach Umfang mit ein bis drei Wochen im Haus.
Was parallel läuft und was nicht
Ein Teil der Wochen lässt sich überlappen, ein Teil nicht. Die Trennlinie verläuft dort, wo ein Schritt das Ergebnis des vorherigen braucht.
- Läuft parallel: Beschlagbestellung und Zuschnitt der Korpusteile, sobald die Zeichnung freigegeben ist.
- Läuft parallel: Fertigung der Korpusse und Lieferzeit der Fronten, solange die Fronten separat montiert werden.
- Läuft parallel: Vorbereitung der Baustelle durch Elektro und Fliesenleger und unsere Fertigung.
- Läuft nacheinander: Aufmaß, Zeichnung, Freigabe, Bestellung. Kein Schritt kann vorgezogen werden, ohne dass er später wiederholt wird.
- Läuft nacheinander: Lackschichten mit Trockenzeit dazwischen, und Aushärtung vor dem Stapeln.
- Läuft nacheinander: Bei Natursteinplatten die Montage der Unterschränke, dann die Schablone vor Ort, dann Zuschnitt und Kantenbearbeitung im Steinbetrieb, dann der zweite Termin.
Der letzte Punkt überrascht regelmäßig. Eine Arbeitsplatte aus Granit, Quarz oder Keramik wird nicht nach Zeichnung geschnitten, sondern nach einer Schablone, die erst genommen werden kann, wenn die Unterschränke stehen und ausgerichtet sind. Zwischen Schablone und Einbau liegen üblicherweise ein bis zwei Wochen. Deshalb gibt es bei Küchen mit Steinplatte planmäßig zwei Montagetermine, und dazwischen arbeitet die Küche mit einer Behelfslösung. Mehr dazu steht bei den Arbeitsplatten.
Was Termine tatsächlich verschiebt
Aus der Praxis sind es vier Ursachen, und nur eine davon liegt in der Werkstatt. Erstens: späte Entscheidungen. Eine Farbe, die zwei Wochen nach der geplanten Freigabe feststeht, verschiebt alles Folgende um zwei Wochen. Zweitens: Nachträge nach der Freigabe. Ein zusätzlicher Schrank bedeutet neue Bestellung, neuen Zuschnitt und einen neuen Platz in der Fertigungsreihenfolge.
Drittens: die Baustelle. Wenn Estrich noch nicht trocken ist, Fliesen fehlen, Wände nicht verputzt sind oder Elektro und Wasser nicht liegen, können wir nicht montieren. Wir melden uns deshalb vor dem Termin und fragen den Stand ab, statt mit dem vollen Fahrzeug vor einer Rohbaustelle zu stehen. Viertens: Zulieferer. Verzögerungen bei Fronten, Geräten oder Beschlägen kommen vor, gerade bei Sonderfarben und bei Geräten aus laufenden Modellwechseln.
Wie wir das bei HDE machen
Wir nennen einen Zeitraum, keinen einzelnen Tag, solange nicht alle Zulieferteile bestätigt sind. Ein fester Montagetermin wird bei uns erst dann vergeben, wenn die kritischen Positionen im Haus oder verbindlich terminiert sind. Das wirkt zurückhaltend, ist aber der Grund, warum zugesagte Termine gehalten werden.
Als grobe Orientierung: Von Ihrer Freigabe der Zeichnung bis zur Montage liegen bei einer Schrankanlage in unseren Standardausführungen meist vier bis acht Wochen, bei einer kompletten Küche mit Fronten, Geräten und Steinplatte eher acht bis zwölf. Sonderlacke, Sonderfurniere und Geräte mit langer Lieferzeit verlängern das. Vor der Freigabe kommen ein bis drei Wochen für Aufmaß, Zeichnung und Abstimmung hinzu.
Weil wir in Oberhausen selbst fertigen, bleibt ein Teil der Kette in unserer Hand: Zuschnitt, Kanten, Bohrungen, Oberflächen und Korpusmontage laufen im eigenen Haus, ebenso die Steinbearbeitung. Was wir nicht beeinflussen, sind die Zulieferzeiten für Fronten und Geräte, und das sagen wir auch so. Montiert wird von unserem eigenen Team; am Ende steht ein Abnahmeprotokoll mit Fotos, in dem offene Punkte mit Termin festgehalten werden.
Wenn es schnell gehen muss, ist der wirksamste Hebel nicht Druck auf die Werkstatt, sondern die Materialwahl. Ausführungen aus lagerhaltigen Dekoren und Beschlägen aus dem laufenden Programm verkürzen die Beschaffung deutlich. Zweiter Hebel: eigene Entscheidungen bündeln und die Zeichnung zügig prüfen. Die Wochen, die dort gewonnen werden, sind reale Wochen.

